Selbsthilfegruppe für jung und jung gebliebene Schädel- Hirnverletzte

Gesundheit 2013


Gesundheitswoche 2012/213 in Bad Rappenau

Silvester 2013/2014

Den Jahreswechsel von 2013 auf das neue Jahr 2014 erlebte ein Großteil unserer Selbsthilfegruppe erstmals während einer "Gesundheitswoche" in der Salinenklinik in Bad Rappenau. Insgesamt 14 Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe nahmen vom 29.12.2013 bis 04.01.2014 an dieser Gesundheitswoche mit viel Entspannung, Ruhe und Spaß teil. Das Soleheilbad Bad Rappenau befindet sich im Nordwesten von Baden-Württemberg zwischen den Städten Heilbronn und Heidelberg. Die Klinik selbst lag ruhig inmitten der neuangelegten Parklage von Bad Rappenau und bot ein sehr erholsames Umfeld für ein erfolgreiches Relaxing.

Foto: Der Kurpark mit der Ayurveda Klinik

Die Salinenklinik hat sich auf die Behandlung von angeborenen und erworbenen Schäden am Haltungs- und Bewegungsapparat sowie die Rehabilitation nach orthopädischen Operationen wie z.B. Hüft- oder Knie endoprothetischen Eingriffen spezialisiert. Für uns, als Schädel- Hirnverletzte bot die Klinik mit den Anwendungen sehr viel Erholung und Entspannung und trug wesentlich zur Steigerung unseres Allgemeinwohles bei.

Foto: Die Salinenklinik

Zur Ausstattung gehörten u.a. ein Bewegungsbad, verschiedene Räumlichkeiten mit medizinischen Sport- und Trainingsgeräten sowie eine Lehrküche mit Anleitung. Die Unterbringung der Gruppenmitgliedern erfolgte in geräumigen, freundlich und modern eingerichteten Zimmern, die über Dusche, WC, Telefon und einem LED- Fernsehgerät verfügten.

Foto: Im Aufenthaltsbereich der Salinenklinik

Behindertengerechte Zimmer waren selbstverständlich auch vorhanden, die ein Teil unserer Gruppenmitglieder benötigte. Uns erwartete ein erfahrenes und multidisziplinäres Team von Fachärzten, Physio- und Ergotherapeuten und medizinischen Pflegefachkräften. So waren wir auch schon alle gespannt auf den Sonntag.

Endlich sollte es soweit sein...

Am Sonntag, den 29.12.2013 fuhren wir so gegen 9.00 Uhr in Darmstadt los. Nach guter Fahrt ohne Stau, kamen wir so gegen 11.30 Uhr in Bad Rappenau vor der Klinik an. Zügig wurden uns an der Rezeption die Zimmer zugewiesen. Nach den Zimmerzuweisungen und der Gepäckablage gingen wir als erstes zum Mittagessen, welches ein anschließendes Mittagsschläfchen von uns allen forderte. Danach besuchten wir gemeinsam um 15.00 Uhr das Kurcafe zum gemeinsamen Kaffee trinken und zur Ortsbesichtigung der Silvesterfeierlichkeit.

             Foto: Kurcafe

Den Jahreswechsel verbrachten wir also im nicht weit entfernten Kurcafe, das unter der Leitung von Gerhard Sommer leckere österreichische Spezialitäten präsentierte. Im geschlossenen Rahmen konnte unsere SHG-Darmstadt dort den Jahreswechsel vollends genießen.

Vier Monate zuvor machten zwei Gruppenmitglieder ein Testwochenende in Bad Rappenau, um die Feierlichkeiten und die örtliche Begebenheit zu erkunden, sodass das Kurcafe als deutlicher Favorit gewählt wurde.

Als wir vom Kurcafe noch am selben Abend wieder in der Salinenklinik ankamen, trafen wir uns alle um 18.00 Uhr zum Abendessen. Anschließend nahmen wir aus den Briefkästen gespannt unsere Anwendungspläne entgegen. Auf den fast gleichen Anwendungsplänen waren unsere Anwendungen und Termine vermerkt.

Unser Aufenthalt war wie folgt:

Der Montag (30.12.2013) begann mit einer ärztlichen Untersuchung. Bei dieser kurzen Untersuchung wurde geklärt, ob die Anwendungen zu denjenigen Teilnehmer physisch und psychisch passen und wurden anschließend "genehmigt". Danach ging es dann um 9:30 Uhr schon mit der ersten Therapie los, dem Fahrradergometer...

Dort konnte der Gruppenleiter Jürgen seine Leistung überraschenderweise doch ein wenig steigern. In der Teilmassage, die um 10:40 Uhr folgte, war bei der wohltuenden Rückenmassage ein gutes Entspannen möglich. Bei der Wassergymnastik (Wasser-Gruppe NPP-Therapie) um 11:40 Uhr, dass im Sole-Bewegungsbad im Keller stattfand, wurde für einen Großteil unserer Gruppe mit viel Spaß und Bewegung der Widerstand des Wasser deutlich.

Fotos: Bei der Wassergymnastik

Mit jeweils zwei Frisbeescheiben bewaffnet, folgten wir den Übungsanweisungen des Therapeuten, der uns alle sehr gut motivierte und viel Unterhaltung bot. Um 12:30 Uhr trafen wir uns alle beim Mittagessen wieder und besprachen neben dem Essen den weiteren Tagesverlauf.

Bei Jürgen stand u.a. um 14:10 Uhr die Fangotherapie auf dem Plan. Bei dieser sehr wohltuenden und entspannenden Therapie musste man sich auf eine Liege legen, wo zuvor eine 40°C heiße Fangopackung positioniert wurde. Mit nacktem Oberkörper (auf dem Rücken liegend) wurde man dann mit Handtüchern eingewickelt. Der Entspannungsprozess begann...

Nach dem Fango war für alle erst mal eine kleine Ruhepause auf dem Zimmer angesagt, um ein kleines Schläfchen zu machen. Um 17:30 Uhr folgte dann das gemeinschaftliche Abendessen im Speisesaal der Klinik. Den Abend gestalteten wir mit einem abendlichen Verdauungsrundgang in Bad Rappenau mit anschließender Einkehr in einer "Tankstelle". Um 22.00 Uhr waren wir wieder in der Klinik und bereiteten uns dort auf den nächsten Tag mit einer intensiven Augenpflege vor.

Der Dienstag begann mit dem Frühstück um 8:10 Uhr. Gut gestärkt konnten wir alle um 9:00 Uhr zur gemeinsamen "Progressiven Relaxation (Entspannungstherapie im liegen)" gehen. Wir alle von der SHG-Darmstadt hatten also eine Therapierunde nur für uns. Teilweise auf Liegen und Bodenmatten liegend begann mit Entspannungsmusik die Therapie, während zugleich die Psychologin uns mit Worten sanft berauschte. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Störgeräusche in Form von Schnarchen auftraten. Eine hervorragende Therapie.

Die nächste gemeinsame Therapie fand um 11:40 Uhr im Sole-Bewegungsbad statt, die zweite NPP Wassergymnastik Therapie. Diesmal verwendete jedes Gruppenmitglied eine Nudel...

Foto: Bei der Wassergymnastik

Wieder folgten wir den wechselnden Übungsanweisungen des Therapeuten, der erneut für viel Spaß und Freude während der Therapie sorgte. Es war einfach herrlich!

Um 12:45 Uhr trafen wir uns dann wieder alle beim Mittagessen und besprachen den weiteren Tagesverlauf. Einige hatten keine Anwendungen mehr und ruhten sich auf den Zimmern aus, während andere die letzte Anwendung "Fango" um 14:10 Uhr wahr nahmen. Nachmittags ruhten sich alle aus für den abendlichen Jahreswechsel. Während es um 17:30 Uhr ein sehr gutes und Unterhaltsames Abendessen (Klinik-Silvesterbuffet) für die Patienten im Speisesaal gab, freuten sich die Mitglieder der SHG-Darmstadt auf das eigens organisierte Silvesterbuffet im Kurcafe.

Um 19:00 Uhr trafen wir uns alle am Ausgang der Salinenklinik und gingen gespannt, freudig und gemeinsam zum Silvesterbuffet, im Kurcafe. Als wir alle kurze Zeit später im Kurcafe angekommen waren, wurden wir mit einem Sektempfang vom Inhaber und den Bediensteten begrüßt...

Foto: Gruppenfoto im Kurcafe

Ein reichhaltiges Silvesterbuffet und eine Mitternachtssuppe sollten die Gruppenmitglieder mit kulinarischen Höhepunkten verwöhnen. Die reichhaltig und sehr gut schmeckende Buffetauswahl sorgte für schwierige Entscheidungen bei der Feststellung viel zu kleine Mägen zu besitzen. Einfach lägger!

Foto: Unser Buffett

Das wunderschön garnierte Buffet enthielt außer einem sehr guten Warmspeisenbuffet auch ein sehr gutes Kaltspeisenbuffet mit viel Auswahl. Nach dem Essen kam unter den ausgelassenen Gruppenmitgliedern eine sehr gute Stimmung auf...

Fotos: Spiel mit Luftballons

Zur etwas späten Stunde trauten sich dann auch die ersten Mitglieder auf die Tanzfläche, um den Verdauungsprozess etwas zu fördern. Wenngleich auch manche zuerst mit sich selbst tanzen mussten, wie der Gruppenleiter der SHG-Darmstadt. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sich ein weiteres Mitglied namens Axel erbarmte und Jürgen Gesellschaft beim Tanzen leistete...

Foto: Jürgen und Axel beim Tanz

Schließlich wurde es 0:00 Uhr und der Jahreswechsel auf 2014 wurde vollzogen. Ein großes Lagerfeuer, welches zuvor auf der Terrasse entfacht wurde und durch das Feuerwerk eine romantische Stimmung aufkommen ließ. Zusätzlich zündeten wir große Wunderkerzen an...

Fotos: Im Freien mit Wunderkerzen

Es war eine sehr schöne Silvesterfeier, die wir erleben durften. So gegen 1.50 Uhr mussten wir wieder - wenn auch etwas gerädert - das Kurcafe verlassen, um in die Salinenklinik zurückzugehen, die um 2.00 Uhr ihre Pforten schloss.

Am Neujahrstag, Mittwoch den 01.01.2014 fanden verständlicherweise keine Anwendungen statt. Noch etwas geschlaucht von der Silvesternacht verschliefen einige das Frühstück, sodass wir erst wieder alle beim Mittagessen komplett waren. Dort besprachen wir dann, was wir am heutigen Tag Unternehmen wollten. Durch die Silvesterfeier jedoch hatten noch einige mit den Folgen zu kämpfen, sodass letztendlich nur ein etwas längerer Spaziergang durch den Kurpark und in das Zentrum von Bad Rappenau zustande kam. Danach war bei manchen wieder bis zum Abendessen Ruhe angesagt. Ab 17:50 Uhr folgte dann im Speisesaal das Abendbrot in Form eines Neujahrsbuffets.

Am Donnerstag, den 02.01.2014 war es dann wieder so weit. Nach dem gemeinsamen Frühstück folgten wieder die Anwendungen.

Es begann um 9:00 Uhr die Progressive Relaxation (Entspannungstherapie im liegen) welche einige dabei zum Schnarchen brachte. Einfach lustig. Um 11:40 Uhr war wieder die Wasser-Gruppe NPP angesagt. Nach dem Mittagessen folgte um 13:00 Uhr wieder die Teilmassage. Bis zum Abendessen war das die letzte Anwendung des heutigen Tages, sodass wir uns kurzerhand entschlossen haben, dass RappSoDie (Sole- und Saunaparadies) zu besuchen.

Um 14:00 Uhr ging also ein großer Teil unserer Gruppe in das Sole- und Mineralbad RappSoDie, welches unmittelbar neben unserer Klinik lag. Vier verschieden gestaltete Innen- und Außenbecken auf zwei Etagen mit urgesundem Sole- und Mineralwasser erwarteten uns dort. Zwei 34°C warme Mineralbäder wie z.B. ein Magnesium-Lithium Wasserbecken und ein Selen-Zinkwasserbecken brachten uns entspannende und wohltuende Momente. Auch die beiden 32°C warmen Solebäder (Ein Außen- und Innenbecken) taten uns mit ihrer heilend gesunden Wirkung sehr gut. Die Solebäder dienen insbesondere zur Linderung von Rheuma, Atemwegs- und Hauterkrankungen. Rund drei Stunden verbrachten wir im RappSoDie, welches seine unmittelbare Wirkung nach dem Besuch forderte - Müdigkeit. So kam es, das sich einige erst einmal eine Stunde zum Schlafen legten, bevor es dann zum Abendessen ging...

Freitag, der 03.01.2014 gestaltete sich ähnlich wie der Donnerstag. Außer dass abends eine interessante Veranstaltung war, die uns doch ziemlich neugierig machte. Doch zuvor trafen wir uns alle wieder um 8:10 Uhr beim gemeinsamen Frühstück. Danach begab sich jeder auf seine Anwendungstour. Bei Jürgen waren zum Beispiel folgende Therapien angesagt:
Um 8:50 Uhr bekam er eine ordentliche und heiße Fangopackung. Um 11:40 Uhr trafen sich einige wieder bei der Wasser-Gruppe NPP. Nach dem Mittagessen war um 14:00 Uhr die M.A.T.S. Gruppe (Hockergymnastikgruppe/ Matte) angesagt, welche Jürgens Knochen mächtig zum Krachen brachte. Um 15:00 Uhr folgte dann als letzte Anwendung des Tages ein dreißigminütiges fahren auf dem Fahrradergometer.

Nach dem wir alle den Tag mit den Anwendungen hinter uns brachten, gingen wir gemeinsam zum Abendessen. Danach beschlossen wir auf die interessante Veranstaltung zu gehen. So gegen 19.30 Uhr gingen wir zu dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Glühweinmarkt. Es war ein kleines Fest im Freien.

Der Glühweinmarkt

Bei Glühwein denkt man normalerweise an einen Weihnachtsmarkt oder ggf. an die Vorweihnachtszeit im Dezember. Etwas verwundert schauten daher einige von uns auf den Kalender.

"Januar und Glühweinmarkt?" - fragten sich einige.

In Bad Rappenau ist das jedoch anders. Hier gibt es an den ersten drei Wochenenden im Januar einen traditionellen und jährlich stattfindenden Glühweinmarkt. Beim Glühweinmarkt wurden rustikale Stände im Zeit Wald im Salinenpark aufgebaut. An diesen wurden passend zur kalten Jahreszeit Glühweinspezialitäten und andere Heißgetränke ausgeschenkt. Angeboten wurden u.a. Gewürzglühwein, Punsch, Glühmost, Prosecco- und Lemberger-Glühwein, Feuerzangenbowle, Schwedenpunsch und andere Leckereien. Bei einer Glühwein-Olympiade konnte man sogar Preise gewinnen.

Natürlich waren auch alkoholfreie Getränke im Angebot. Schwedenfeuer und Feuerkörbe beleuchteten am Abend das Veranstaltungsgelände. Höhepunkte sollten die Aufführungen des Puppentheaters für die kleinen Besucher, die Apres-Ski-Partys jeweils samstags und sonntags sowie das große Schweitzer Winterfeuer am letzten Abend sein. Dieses konnten wir jedoch nicht mehr erleben, da unsere Abreise am Samstagmorgen bevorstand. So gegen 21.45 Uhr verließen wir den Glühweinmarkt und gingen in die Klinik zurück, um unsere letzte Nacht dort zu verbringen.

Fotogalerie: Glühweinmarkt

Samstag:
Zu schnell vergingen die sieben Tage in Bad Rappenau. Die Gesundheitswoche war vorbei gegangen. Am Samstag, den 04.01.2014 gingen wir morgens zum letzten mal um 8:00 Uhr zum Frühstück. Doch etwas wehmütig zogen wir ein gemeinsames Resümee über unseren Aufenthalt. Dabei wurden viele Stimmen laut, so eine Gesundheitswoche im Jahr 2014 zu wiederholen. Zum Schluss gaben wir unsere Zimmerschlüssel an der Rezeption ab, verabschiedeten uns und luden die Koffer in die Autos ein. Zufrieden und erholt traten wir um 9:00Uhr die Abreise an...

Fazit:
Für mich persönlich waren diese sieben Tage Erholung pur, bei denen alles stimmte. Hervorragender und freundlicher Service, sehr gute Verpflegung, saubere, geräumige und komfortable Zimmer und natürlich sehr gute, freundliche Therapeuten, Ärzte und Personal.

"Es war eine hervorragende Idee den Jahreswechsel in einer starken Gemeinschaft unter dem Motto "Gesundheitswoche" zu verbringen" - so die Worte vieler Gruppenmitglieder.

Aber auch das Kurcafe mit seinem wunderbaren Silvesterbuffet und der unterhaltsamen Bewirtung unserer Gruppe möchte ich hier sehr lobend erwähnen. Ihnen allen von unseren Gruppenteilnehmen einen herzlichen Dank.

Träger der Kureinrichtung
Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau GmbH
Herr Schiedel
Salinenstraße 30
74906 Bad Rappenau
Tel: 07264 - 860
Fax: 07264 - 862 113
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