Selbsthilfegruppe für jung und jung gebliebene Schädel- Hirnverletzte

Jubiläum



10 Jahre Selbsthilfegruppe SHG-Darmstadt

Die Selbsthilfegruppe SHG-Darmstadt für junge und jung gebliebene Schädel-Hirnverletzte veranstaltete am 21.07.2018 aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums in Kooperation mit dem Klinikum Darmstadt einen Aktionstag „Bleib gesund!“.

Im Jahr 2008 wurde die SHG-Darmstadt vom heutigen Gruppenleiter Jürgen Kammerl gegründet, der selbst Schlaganfallbetroffener ist. Der Schlaganfall zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen mit teilweise verheerenden Folgen für die Betroffenen und Angehörige, die zunehmend jünger werden. An diesem Aktionstag konnten sich die Besucher informieren, wie man einen Schlaganfall erkennt, wie er behandelt wird und wie man ihn vorbeugen kann. Natürlich war es auch sehr interessant mal die eigenen „technischen Daten“ erfassen zu lassen in Form von Blutdruck- und Blutzuckermessung.

Fotogalerie: 10 Jahre SHG-Darmstadt

Über hundert Besucher nutzten die Gelegenheit, sich mit Experten, Schädel-Hirntrauma (SHT) - Betroffenen, Schlaganfall (SA) - Betroffenen auszutauschen und sich über das Thema „Schlaganfall“ zu informieren. Eine besondere Freude war der Besuch von Frau Betty Klinke, die extra aus Berlin anreiste, um dem Jubiläum beizuwohnen. Der Gruppenleiter der SHG-Darmstadt konnte im Seminar „Qualifizierung Selbsthilfe“, welches im Juni 2018 stattfand, Frau Klinke überzeugen, eine eigene Selbsthilfegruppe in Berlin zu gründen. Bei dem Jubiläumsbesuch festigte sie Ihren Gründungswillen.

Das Tagesprogramm

12.00 Uhr     Einlass

12.30 Uhr     Der Gruppenleiter begrüßte die Anwesenden aus Politik,
                   Gesundheitswesen, Sponsoren und Gäste.

  Foto: Der Gruppenleiter begrüßt die Anwesenden Gäste

Danach folgte ein Grußwort von der Stadträtin der Stadt Darmstadt, Frau Fröhlich.

Foto: Stadträtin der Stadt Darmstadt, Frau Fröhlich

Für die Stadträtin, Frau Fröhlich war dieser Aktionstag im doppelten Sinne eine lohnende Veranstaltung, da Sie selbst Angehörige eines Schlaganfallpatienten ist. Nach anfänglich geplanter kurzer Ansprache wurde somit ein 20-minütiger Beitrag. Nach der einfühlsamen und mitreißenden Ansprache von Frau Fröhlich folgte das Grußwort von Herr Prof. Dr. Kollmar, Chefarzt der Neurologie/Geriatrie vom Klinikum Darmstadt.

 Foto: Herr Prof. Dr. Kollmar, Chefarzt der Neurologie/Geriatrie vom Klinikum Darmstadt 

Herr Prof. Dr. Kollmar begrüßte die Anwesenden und stellte während seiner Ansprache allen Gästen die sogenannte „Notfalldose“ für den Kühlschrank vor. Diese Dose, hat den Zweck, im Notfall alle wesentlichen Patienteninformationen darin aufzubewahren. Damit die Retter auf den ersten Blick beim Eintreffen sofort informiert sind, dass sich eine Notfalldose im Kühlschrank befindet, gibt es beim Erwerb des Lebensretters auch noch einen Aufkleber, der dann auf der Innenseite der Wohnungstür und / oder dem Kühlschrank aufgeklebt wird. So erhalten die Rettungskräfte umgehend alle wichtigen und notfallrelevanten Informationen. Denn nicht jedem gelingt es, in einer Notfallsituation Angaben zum Gesundheitszustand und anderen wichtigen Details zu machen.

Um 13.15 Uhr erfolgte die offizielle Eröffnung der Ausstellermesse vor dem Raum Toscana. Vertreten waren:

  • Das Klinikum Darmstadt
  • Die ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung
  • Die SHG-Darmstadt
  • Die Mediclin Rehaklinik für Neurologie und Orthopädie Bad Orb
  • Die Engel Apotheke Darmstadt (Blutdruck- u. Blutzuckermessung)

Vortragsprogramm

Ab 14.10 Uhr startete dann das sehr bunte und interessante Vortragsprogramm. So begann Herr Prof. Dr. Kollmar mit dem ersten Vortrag mit dem Thema:

„Wie erkenne ich einen Schlaganfall und wie wird er akut behandelt?“

Foto: Verabschiedung nach dem Vortrag von Prof. Dr. Kollmar

Um 14.30 Uhr setzte dann Herr Prof. Dr. Peter Huppert, Direktor Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, Klinikum Darmstadt die Vortragsreihe fort mit dem Thema:

„Entfernung von Gerinnseln aus dem Gehirn beim Schlaganfall!“

 Foto: Herr Prof. Dr. Peter Huppert 

Bei diesem Vortrag wurden Verfahren vorgestellt, wie man effektiv Blutgerinnsel aus den Gefäßen im Gehirn entfernen kann und welche Methoden es gibt. Von 14.50 - 15.30 Uhr folgte dann eine Pause. Die Besucher und die Mitglieder der SHG-Darmstadt besuchten in der Zwischenzeit die Ausstellermesse oder genossen einfach das angenehme Wetter auf der Restaurantterrasse mit einem kühlen Getränk bzw. Kaffee oder Kuchen…

Foto: Der Gruppenleiter im Gespräch mit Markus Frechen (links) von der ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung.

Von 15.30 - 16.00 Uhr folgte dann der Vortrag mit dem Thema:

„Wie kann Ergo-, Physiotherapie und Logopädie bei neurologischen Erkrankungen unterstützen!“

Referentin war Anke Bettermann, Abteilungsleitung Physikalische Therapie, Klinikum Darmstadt (Physio-, Ergotherapie, Logopädie und Massage)

Foto: Frau Anke Bettermann

In Ihrem Vortrag, der von zwei Therapeutinnen vom Team unterstützt wurde, stellten sie viele Möglichkeiten vor in Bezug auf die Therapiemöglichkeiten nach einem Schlaganfall oder einem SHT.

Gleich im Anschluss referierte von 16.00 – 16.45 Uhr Herr Dr.med. Josef Schill, geschäftsführender Oberarzt Klinikum Darmstadt über das Thema:

„Wie verhindere ich einen Schlaganfall?“

Gerade bei diesem Vortrag wurden von den Besuchern und Gästen die meisten Fragen an den Referenten gestellt. Man merkte doch, dass das Thema Schlaganfall bei vielen Menschen Ängste und Sorgen weckt. Also ein Thema, wo alle Besucher und Gäste konzentriert und interessiert zuhörten.

Foto: Herr Dr.med. Josef Schill, geschäftsführender Oberarzt Klinikum Darmstadt

 

Foto: Frau Schellenschläger, Leitung Sozialdienst und Frau Zündel, Ergotherapeutin vom Mediclin-Rehazentrum Bad Orb.

Beide Mitarbeiterinnen des Mediclin-Rehazentrums stellten sich den Besuchern für Fragen rund um das Thema „Reha nach einem Schlaganfall“. Natürlich nutzte der Gruppenleiter der SHG-Darmstadt gleich die Möglichkeit, um sich für eine geplante Präventionswoche im Hause des Rehazentrums zu erkundigen.

Um 17.30 Uhr war das Ende der Vorträge und der Ausstellermesse erreicht. Nun begann der Standabbau und die Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier. Um 18.30 Uhr wurde dann das Buffet eröffnet. Ab 19.00 Uhr unterhielt ein DJ alle Anwesenden mit Musik, die viele Gäste und SHG-Mitglieder animierte, die Beinmuskulatur in Form von Tanzen nach dem reichlichen und guten Abendessen in Gang zu setzen.

Foto: Beim Tanzen

Die Zeit verging doch relativ schnell. Bei manchen Besuchern stellten sich die ersten Ermüdungs-erscheinungen ein, sodass um 23.30 Uhr die Jubiläumsfeier endete.

Ach ja, Erwin, unser großes Spendenschwein und treuestes Mitglied war an diesem Tag auch anwesend und freute sich sehr auf die Besucher. Man muss schon sagen, dass Erwin meist unersättlich ist, wenn es um das Füttern geht. Er ist generell sehr hungrig und steht besonders auf geprägtes Metall und bedrucktes Papier mit der Aufschrift „Euro“. Viele Gäste lernten Ihn an diesem Tag persönlich kennen! Unseren herzlichsten Dank an alle "Futterspender".

 Foto: Erwin

Erwin sagt: „Die nachhaltige Arbeit der   Selbsthilfegruppe“ ist sehr wichtig für Betroffene und Angehörige. Da ist jede noch so kleine Spende hilfreich und herzlich Willkommen, grunz.“